Ein Umweg
SAP, ABAP, OO, EWM…
Worauf habe ich mich hier nur eingelassen?
Durch einen Bekannten bekam ich die Chance auf einen Job. Allerdings hatte dieser kaum etwas mit dem zu tun, was ich studiert hatte. (Ich hörte mal, das sei ganz normal. Man bliebe nicht unbedingt in dem Beruf). Ich fand mich bei einem Beratungshaus für SAP-Produkte wieder. Ganz kurz gesagt ist SAP das führende Unternehmen für Lagerautomatisierung, Einkauf und Vertrieb (und was da sonst noch dran hängt).
Und ich stieg als Junior Programmiererin für die SAP-eigene Programmiersprache ABAP ein.
Ich muss sagen, das Onboarding war genial und umfangreich. Am ersten Tag erhielt ich zuverlässig alle Arbeitsmaterialien und die meisten Zugänge. Auf Grund der übersichtlichen Teams hatte ich einen verlässlichen und direkten Ansprechpartner trotz Homeoffice. Das half ungemein bei der Eingewöhnung in die doch recht abstrakte Datenbankstruktur.
Einige Zeit später durchlief ich mit anderen Einsteigern die Junior Academy, in der jedes Modul der Software besprochen, die gängigen Programmiersprachen beigebracht und die Projektabläufe geklärt wurden.
Nach Abschluss der Junior Academy waren wir bereit für die Mitarbeit in Projekten. Einige übernahmen direkt Verantwortung für Teilprojekte. Eine solch umfangreiche Einarbeitung habe ich noch nie gesehen oder davon gehört und ich wünschte, mehr Unternehmen würden so viel für ihre Newcomer tun.
Für mich war die Zeit bei der Conlog sehr besonders, weil ich mit meinen Kollegen auch privat zusammenkam und sich ein einmaliges Zugehörigkeitsgefühl aufgebaut hat. Die Kundenbesuche waren aufregend. Wo hat man sonst mal die Chance in ein Lager oder in die Fertigung von großen Herstellern zu blicken? Auch wenn ich gestehen muss, dass es einschüchternd ist, in einem Meeting beim großen Kunden zu sitzen, wo jeder im Raum mindestens doppelt so viel Lebenserfahrung aufweist als man selbst.
Auch für die teamübergreifende Zusammenarbeit wurde viel getan. Zwei Mal im Jahr gab es Treffen, zu denen alle Mitarbeiter eingeladen waren. Da die Teams über Deutschland verteilt arbeiten, wurde reihum veranstaltet. Die Reise mit dem Auto oder mit der Bahn war das ein oder andere Mal spannend. Vor allem die Deutsche Bahn scheint zu riechen, wenn wir wieder eine Veranstaltung hatten und fuhr die kreativsten Störungen auf.
Und nein, es ist nicht lustig, neun Stunden im eiskalten Bereich zwischen den Wagons zu sitzen, weil der Zug überfüllt ist. Es gibt allerdings im Nachhinein eine lustige Annekdote ab.
Das Reisen hat Spaß gemacht. Auch wenn ich immer gedacht habe, dass das gar nichts für mich ist.
Für mich als visuell denkender Mensch sind Datenbanken leider zu abstrakt. Ich bin leider trotz Academy nicht mit ABAP und SAP warm geworden. Und so dankbar ich für den Job war und bin – ich musste etwas anderes wagen.