Hoffnung, Learning und Enttäuschung
Endlich!
Ein Job in der Kreativbranche.
Als Verpackungsdesignerin in Hamburg arbeiten zu können, kam für mich schon sehr nahe an Glück ran. Nach einer unendlich langen Bewerbungsphase und vielen Absagen war ich froh, nun endlich durchstarten zu dürfen.
Also kündigte ich den Job bei Famila und konzentrierte mich voll auf meinen neuen Lebensabschnitt. Und ich lernte so viel Neues!
Vor Ort im Laden saßen nur zwei Personen: meine Kollegin aus dem Marketing und ich.
Unsere Aufgabe war es auch, die Laufkundschaft zu bedienen, Fragen zu beantworten und den Store ansprechend einzurichten.
Den Kundenkontakt war ich durch die Arbeit bei Famila schon gewohnt. Und mir gefiel die Arbeit mit den vergleichsweise wenigen Kunden.
Hauptaufgabe war allerdings meine kreative Tätigkeit. Und es hat eine Menge Spaß gemacht, ausgefallene Geschenkverpackungen aus Pappe zu designen. Ein Riesenrad als Adventskalender? Ein Bagger als Träger für Süßigkeiten? Alles machbar.
Besonders stolz war ich, als meine Kirschblütenbäume ihren Weg in unseren Store fanden und dort im Schaufenster die interessierten Blicke der Einkaufenden auf sich zogen.
Ich fand auch schnell heraus, dass Designs, für die ich persönlich brannte nicht unbedingt auch der Chefetage gefielen und dass das keine Kritik an meinen Fähigkeiten war, sondern einfach anderer Geschmack.
Die Abstimmung per Videocall nach Süddeutschland erschwerte manchmal den Prozess. Und das ist wohl ein Learning, dass viele Menschen machen und gemacht haben, die dezentral arbeiten. Man muss ganz anders planen, als wenn man mal eben einen Raum weiter gehen kann.
Dann kündigte meine Kollegin aus heiterem Himmel. Und es stand die Frage im Raum, ob ich auch ihren Bereich mitübernehmen könnte. Und vielleicht hätte ich sogar Ja gesagt. Doch die Chance bekam ich nicht mehr.
Der Standort wurde geschlossen, knapp ein halbes Jahr nachdem ich dort angefangen hatte. Und ich stand wieder am Anfang.