Nicht (ganz), was ich wollte
Kommunikationsdesign. Das ist ein großes Wort das bestimmt gut klingt. Nur kann niemand was damit anfangen. Schon gar nicht, wenn der Gesprächspartner nicht aus der Branche stammt.
Wieso haben Berufe so komplizierte Bezeichnungen? (Wobei Kommunikationsdesign ja noch einer der einfacheren ist)
Als ich damals auf der Berufsmesse am Stand meiner Hochschule stand, wusste ich auch noch nicht, was sich hinter Kommunikationsdesign versteckt. Und ehrlich gesagt war ich einfach froh, dass es jemanden gab, der in etwa was angeboten hat, was ich studieren wollte.
Eigentlich wollte ich etwas beim Film machen. Vielleicht Kamerafrau? Vielleicht Drehbuchautorin? Oder lieber in die Postproduktion? Vieles davon bedeutete für mich ein Umzug in eine andere Stadt. Deshalb war ich froh, als auf diesem Unterschriftenzettel der Jobmesse „Filmdesign“ stand.
Dass „Film“ nur ein kleiner Teil meines Studiums einnehmen sollte, realisierte ich erst, als ich schon längst eingeschrieben war. Und wechseln wollte ich dann auch nicht mehr.
„Stell dich breit auf, damit du später mehr Optionen hast.“, hieß es aus dem Elternhaus. Und wer weiß es besser als diejenigen, die schon im Berufsleben stehen? Also blieb ich, obwohl ich schnell merkte, dass „Werbung“ eigentlich nicht das war, was ich machen wollte.
Es machte Spaß. Ich war gut. Zum ersten Mal war ich gut in etwas. Das hat dazu geführt, dass ich mich daran festgehalten habe, wie an einem Rettungsring. Doch in mir drin nagte der Gedanke, dass das nicht ganz das war, was ich machen wollte. Die zwei Filme, die wir erstellten, waren meine persönlichen Highlights des Studiums. Eines war ein Werbefilm für ein Haargel. Aber der andere war eine Homage an die Harry Potter Filme. Da merkte ich, dass ich in eine andere filmische Richtung lieber gegangen wäre.
Mein Berufswunsch entwickelte sich dank der Filmprojekte und der Arbeit mit AfterEffects und Premiere langsam in Richtung Postproduktion und VFX.
Dann kam das sechste Semester und auf dem Plan stand „3D-Design“. Ich hatte noch nie davon gehört. Aber es klang spannend, also wurde ich neugierig.
Es war, als würde jemand eine neue Tür öffnen. Damals mit Cinema 4D tauchte ich in eine ganz neue Welt ein. Plötzlich konnte ich Dinge herstellen. (Ich war nie gut im Zeichnen oder Malen, hatte aber immer lebendige Szenen vor Augen, deswegen der Wunsch nach Film). Alles war plötzlich möglich und ich verliebte mich in diese Möglichkeiten. Mit Hilfe von Cinema 4D erstellte ich Teile von Projekten aus anderen Fächern, einfach, weil es Spaß machte und weil ich es konnte.
Nach meinem Abschluss entschied ich mich, diese Richtung zu vertiefen. Ich wollte mehr wissen. Mehr können. Da Corona alles lahm legte, suchte ich nach einem Online-Studiengang. Zum Glück wurde ich fündig und überbrückte so etwa eineinhalb Jahre Virus-Wahnsinn.
Damals hatte ich zum ersten mal den Gedanken „*das ist es*“.